Verschiedene Fotos

Unser Meister lässt weiterhin keine Gelegenheit aus von Boden abzuheben

Unser Meister lässt weiterhin keine Gelegenheit aus von Boden abzuheben

Diese Kängruruh-Schuhe kommen ihm dabei nur gelegen

Diese Känguruh-Schuhe kommen ihm dabei nur gelegen

Auch der ein oder andere Schüler hat wie schon erwähnt ein paar Tricks auf Lager

Auch der ein oder andere Schüler hat wie schon erwähnt ein paar Tricks auf Lager

Ein paar von den Kindern hier

Ein paar von den Kindern hier

Teilweise sind sie recht anhänglich

Teilweise sind sie recht anhänglich

Manche sind auch gefährlich ;)

Manche sind auch gefährlich 😉

Testday #3

Heute war wieder einmal Test Day. Ich habe 76 Punkte bekommen. Das sind zwar nur 2 mehr als letztes Mal, aber dafür heute die beste Punktzahl in unserer Gruppe. Es liegt zwar sicher auch daran, dass diesen Monat 3 gute Schüler abgereist sind, aber bisschen Konkurrenz gab schon noch. Von daher bin ich ganz zufrieden 🙂

Ich habe diesesmal eine Form mit dem langen Stock gezeigt und das Erlernen fiel mir auch deutlich leichter als bei den Formen ohne Waffen. Ich werde den Rest meiner Zeit hier damit verbringen diese Form noch zu vervollständigen und zu verbessern.
Mit Schwertern werde ich also nichts mehr zu tun bekommen hier, das macht aber nichts, da mir die Bewegungen der Schwertformen hier weder so richtig gefallen noch besonders gut liegen.

Das Wetter ist heute ziemlich stürmisch, und es liegt eine Menge Staub in der Luft, so dass ein Art brauner Nebel über der Landschaft liegt. Kennt man ja von zuhause nicht so.

Ansonsten habe ich heute im Nachhinein noch Fotos zu den Posts über Pizza und Freizeit hinzugefügt – wens interessiert.

Bis demnächst,
Johannes

Freizeit

Es kam ja letztens die Frage auf, was ich so in meiner Freizeit mache, nachdem ich ja nicht mehr die ganze Zeit im Bett verbringen muss.

Zum Einen benötige ich natürlich Zeit um diesen Blog hier zu schreiben und die ganzen Fotos zu sortieren die ich so mache. Ich habe auch schon ein paar Bücher aus der Bibliothek hier gelesen, und ab und an schauen wir einen Film an.

Einen beträchtlichen Teil der Zeit verwende ich ausserdem für das Schachspielen. Eine Menge Leute hier haben Interesse daran, und wir spielen eigentlich täglich. Einer der chinesischen Jungs war so fasziniert davon, dass er das Spiel innerhalb von wenigen Tagen erlernt hat und inzwischen so gut ist, das man beim Spiel gegen ihn keine Fehler mehr erlauben kann. Der Kerl hat deswegen auch schon jeden hier mindestens einmal besiegt.

Seit Neuestem spielen wir ausserdem noch das chinesische Schach. Es hat etwas weniger Bewegungsmöglichkeiten, ist aber dafür sehr trickreich.
Es scheint so als ob alle Chinesen dieses Spiel beherrschen, und meistens ist nach kurzer Zeit der Tisch von Beobachtern umringt, die alle den ihrer Meinung nach besten Zug kundtun. Manchmal entgleitet dann den eigentlichen Spielern die Kontrolle, und das Spiel wird von einem der daneben stehenden Chinesen zuende geführt.
Nicht immer mit Erfolg übrigens. Es lässt sich nämlich eine gewisse selbstüberschätzung der Chinesen erkennen. Die meisten denken über ihren Zug nur wenig nach, und mancher startet das Spiel sogar mit weniger Spielsteinen als Handicap. Wenn dann ein Ausländer gewinnt ist die Überraschung groß.

Das Schachtalent

Das Schachtalent

Chinesisches Schach

Chinesisches Schach

Die Spielsteine sind am Anfang etwas verwirrend. Vor allem da schwarze und rote Figuren teilweise unterschiedliche Zeichen haben.

Die Spielsteine sind am Anfang etwas verwirrend. Vor allem da schwarze und rote Figuren teilweise unterschiedliche Zeichen haben.

Viele Grüße,
Johannes

Geburtstag

Meine Geburtstagstorte. Man beachte dass mein Name zweimal darauf steht. Einmal gekrakelt und einmal in Schönschrift, da sich der beschriftende Chinese streng an den Vorlagenzettel gehalten hat.

Meine Geburtstagstorte. Man beachte dass mein Name zweimal darauf steht. Einmal gekrakelt und einmal in Schönschrift, da sich der beschriftende Chinese streng an den Vorlagenzettel gehalten hat.

Der Meister zündet die Kerzen an. Es sind zwar keine 28, aber mehr waren nicht auf Lager.

Der Meister zündet die Kerzen an. Es sind zwar keine 28, aber mehr waren nicht auf Lager.

Wieder einmal gerate ich in einen Hinterhalt.

Wieder einmal gerate ich in einen Hinterhalt.

Und die Feier nimmt den gewohnten Lauf.

Und die Feier nimmt den gewohnten Lauf.

Pizza

Aus einer Laune heraus haben wir letztens beschlossen eine Pizza zu backen, und am Wochenende haben wir dieses Vorhaben auch in die Tat umgesetzt.

Das Einkaufen gestaltete sich etwas komplizierter als zuhause. Zuerst einmal haben wir nur Reismehl statt Weizenmehl gefunden. Ich bin zwar überzeugt, dass es auch letzteres hier gibt, aber vor Ort war nichts Anderes aufzutreiben.
Die Auswahl an Käse war sehr klein. Genauer gesagt gab es lediglich zwei verschiedene Sorten von diesem quadratischen, scheibenweise in Plastik eingepackten Schmelzkäse. Eine Packung mit 10 Scheiben kostet hier ausserdem umgerechnet etwa 3 Euro.
Olivenöl gab es überraschenderweise zu kaufen. Eine Flasche mit 250 ml war für etwas mehr als 4 Euro zu haben und mit einer Diebstahlsicherung versehen, wie man sie in Deutschland für Bekleidung verwendet.

Über das Wochenende haben wir dann versucht eine Genehmigung zu bekommen den Ofen in der Küche benutzen zu dürfen. Nachdem wir im Laufe des Wochenendes verschiedene widersprüchliche Ansagen erhalten haben, war es dann am Sonntag abend soweit, und wir haben mit der Zubereitung begonnen.
Am Anfang ging alles nach Plan, als wir jedoch den Teig nach der Ruhephase auf dem Blech ausbreiten wollten, stellte sich heraus, dass er nicht länger geschmeidig war wie am Anfang, sondern völlig brüchig und keinesfalls elastisch, was natürlich am Reismehl liegt.
Wir haben den Teig dann nocheinmal durchgeknetet und so gut oder besser gesagt so dünn es eben ging auf dem Blech verteilt.

Der Ofen war ein grün-blaues Ungetüm mit einer kryptischen Bedienkonsole. Ausserdem etwas zu heiss, denn nach zehn Minuten mussten wir die Pizza wegen dem Belag schon herausnehmen, obwohl der Teig noch etwas mehr Zeit vertragen hätte. Der Teig hatte aber beim Backen eine erstaunliche Wandlung durchlaufen. Er war keineswegs mehr brüchig, sondern seine Konsistenz ging eher in Richtung Kaugummi, und es war völlig unmöglich ein Stück abzureissen oder gar zu brechen.
Geschmacklich war die Pizza dann , wider aller Erwartungen, hervorragend, auch wenn dieses Urteil natürlich etwas durch die etwas monotone Essenssituation hier verzerrt sein mag 😉

Viele Grüße,
Johannes

p1010048

Schlangen

in der letzten Woche wurden hier die ersten Schlangen gesichtet. Insbesondere die Treppe ist ein bevorzugter Aufenthaltsort. Die meisten Arten hier sind zwar ungiftig, aber so sicher in der Unterscheidung, wie andere Leute hier, bin ich mir noch nicht 😉

Viele Grüße,
Johannes

David aus Kolumbien mit der noch lebendigen Schlange

David aus Kolumbien mit der noch lebendigen Schlange

Ein kleiner Auftritt

Gestern am frühen Morgen bin ich mit vier Anderen aus meiner Gruppe und etwa 30 Kindern von der Schule hier in einen Bus gestiegen und in eine zwei Stunden entfernte, mir unbekannte Stadt gefahren, um dort eine Vorführung zu geben. Es gab dort eine größere Veranstaltung in einem Art Theater, und zwischen unserer Ankunft und unserem Auftritt wurden diverse Lieder und Sketche von anderen Kindern zum Besten gegeben.

Der größte Teil unserer Show wurde natürlich von den Kindern bestritten. Unserer Gruppe sollte ursprünglich zusammen eine der Bewegungsformen zeigen, nachdem aber im Laufe der Woche zwei Leute ausgefallen sind die diese Form beherrscht hatten, wurde dies gestrichen. Stattdessen haben zwei von uns, die schon lange Zeit hier sind jeweils eine Solovorstellung gegeben, während mein deutscher Kollege Jonny und ich, am Anfang und Ende der gesamten Vorstellung jeweils eine Pose mit Schwert und Schild im Gruppenbild abgegeben haben.

Wer jetzt denkt, dass das so einfach ist, der hat durchaus recht. Trotzdem haben wir es beide geschafft den Anfang zu vermasseln. Jonnys Weg war von Kindern versperrt, so dass er gar nicht auf der Bühne erschienen ist, während ich auf einer liegengelassenen Waffe ausgerutscht bin, und leicht verzögert aufgetaucht bin 😉

Naja. Wirklich schlimm war das dann doch nicht, und letztenendes waren alle zufrieden.

Viele Grüße,
Johannes

Mehr zum Training

So nachdem ich letzens ja einigermaßen genau beschrieben habe wie das Training abläuft, gibt es heute noch meine persönliche Meinung und andere Informationen dazu.

Das Lernen der Bewegungen fällt mir hier deutlich schwerer als zum Beispiel im Fechten. Es liegt sicher auch daran, dass die komplette Bewegungsart neu für mich ist, und ich erst jetzt so langsam damit beginne einen Ablauf in bereits bekannte Grundblöcke zu unterteilen.
Wenn der Meister den Ablauf vorführt gibt es zum Einen keine hilfreiche Erklärung, wie von zuhause gewohnt, und zum Anderen ist die Vorführung meistens recht schnell. Das liegt daran, dass die Geschwindigkeit bei ernsthafter ausführung dermaßen hoch ist, dass selbst 25% noch anspruchsvoll ist.
Alternativ bringen einem die fortgeschrittenen Mitschüler die Dinge bei, was dann langsam und verständlich, aber nicht in der selben Perfektion ist.

Im Großen und Ganzen ist das Training das selbe, das auch die Kinder hier erhalten, und von daher eher auf das langfristige Aufbauen der Fertigkeiten ausgelegt. Da die Ausländer hier aber nur für kurze Zeit sind, werden einige Dinge viel schneller gelehrt. Manchmal vielleicht etwas zu schnell.

Für den Meister ist es, soweit ich das erkennen kann, auch nicht immer ganz leicht uns zu unterrichten. Die Unterordnung der Schüler zum Meister ist hier lange nicht so gegeben wie er es aus seinem Training früher kennt. Meistens ist er sehr tolerant in dieser Hinsicht, aber manchmal kommt es doch zu Konflikten mit Unverständnis auf beiden Seiten.
Was sicher auch gewöhnungsbedürftig ist, ist dass ständig die besten Schüler abhanden kommen, wenn ihr Aufenthalt hier zuende ist.

Alles in allem ist es wahrscheinlich nicht das effektivste Training, das man sich vorstellen kann. Aufgrund der Menge an Training lernt man aber, zumindest für meine Verhältnisse, trotzdem genug.

Zum Schluss noch ein paar aktuelle Neuigkeiten:
Nach einer Regenperiode scheint hier endlich wieder die Sonne. Die Bäume fangen so langsam an grün zu werden. Ein Glas meiner Brille ist zu Bruch gegangen, in Zukunft also nicht über die lustige Konstruktion mit Klebeband wundern 😉 . Der Vize-Schulleiter hat mir die Haare geschnitten, und ist darin nicht sonderlich begabt, wie sich im Nachhinein herausgestellt hat.

Viele Grüße,
Johannes

Geheimtechniken ;)

Wie Ihr auf den folgenden Bildern sehen könnt, beherrsche ich inzwischen die wichtigsten Dinge. Ich frage mich warum ich beim Fechten jahrelang das parieren geübt habe. Das Schweben funktioniert leider nur hier vor Ort, da es eine entsprechend hohe Konzentration von Chi in der Umgebung erfordert, die in Deutschland nicht gegeben ist 😉

Bis demnächst,
Johannes

p1000313p1000718p1000438

Das Training

So. Nachdem ich inzwischen etwas mehr überblick habe, ist es Zeit nochmal etwas genauer auf das Training einzugehen.

Die erste Hälfte des Trainings vor dem Frühstück besteht bei mir meistens aus Dehnübungen und/oder Laufen. Manchmal, so wie heute, kommt es aber auch vor dass einer der Meister auf die Idee kommt schonmal den Grundstein für die Müdigkeit am Abend zu legen.
Die zweite Hälfte dieses Trainings besteht dann aus dem schon einmal erwähnten Qi Gong.

Man kann sich das ungefähr so vorstellen, dass man sich entspannt hinstellt, und dann eine Reihe von langsamen kreisförmigen Armbewegungen macht. Langsam bedeutet in diesem Fall etwa zwei Minuten pro Bewegung. Der offizielle Zweck dieser Übung ist das sammeln des berüchtigten Chi. Für mich persönlich ist das bis jetzt einfach eine Art Meditation mit Bewegung.

In den drei nächsten Trainingseinheiten findet dann das normale Training statt.

Nach dem Jogging gibt es normalerweise einen kleinen Teil des schon einmal beschriebenen Konditionstrainings mit Sprinten, Rückwärtslaufen und Hüpfen. Die Aktionen wandeln sich dann jedoch, so dass mehr Koordination und Basistechniken als Ausdauer trainiert werden.Die Bandbreite der Komplexität reicht hier vom simplen Seitwärtslaufen mit synchronisierter Oberkörperdrehung, über Kicks die in kleine Abläufe eingebettet sind, bis zu einigen Bewegungen, die wahrscheinlich mit dem eingesprungenen Grottenolm verwandt sind.

Nach dieser Phase des Trainings gibt es dann verschiedene Möglichkeiten wie es weitergehen kann.

Kampftraining. Üben mit Pratzen, Sparring oder Ringen. Viel mehr gibt es dazu gar nicht zu sagen. Beim Ringen habe ich eines der beeindruckensten Ereignisse hier erlebt, als der Sanda Meister, der einen Kopf kleiner ist als ich und weniger als 60kg wiegt, den weder schwächlichen noch unbegabten Kacey zu Boden geworfen hat, der seinerseits einen Kopf größer ist als ich, und um die 100kg wiegen dürfte.

Powerstretching. Eines von unangenehmsten Sachen die ich bis jetzt erlebt habe, undmeiner Meinung nach auch nicht immer gesund. Aber irgendwie hilft es tatsächlich. Es handelt sich dabei um Dehnübungen mit Unterstützung. Das bedeutet ein Kollege hält einen fest, während der andere einen in Positionen biegt die man niemals freiwillig einnehmen würde. Ok, eine Ausnahme ist ein Kerl namens Gorran, der sich selbst dehnen kann bis er anfängt zu schreien. Die Strategien im Umgang mit den Schmerzen sind unterschiedlich. Manche Leute schreien einfach, andere betteln, fluchen oder drohen. Ich persönlich bevorzuge es die Matte zu schlagen, was die anderen hier recht amüsant finden 😉

Two Lines. Das sind die Worte mit denen ein weiterer Trainingsmodus eingeleitet wird, derhauptsächlich dadurch auszeichnet, dass die Schüler in zwei Reihen mit etwas Abstand zueinander aufgestellt sind. An Ort und Stelle werden dann verschiedenste Übungen durchgeführt. Liegestütze, Kniebeugen, Dehnübungen, Halten von verschiedenen, auf Dauer anstrengenden Stellungen sowie Reaktionsspielchen mit dem schnellstmöglichen Einnehmen von bestimmten Positionen. Typischerweise droht dem Letzten dabei ein leichter Stockhieb zur Motivation 😉

Akrobatik auf der Matte. Im Grunde handelt es sich dabei um Bodenturnen. Es fängt an mit Rollen vorwärts und rückwärts, Handstand mit Abrollen in beide Richtungen, Rad und so weiter. Dann gibt es noch ein paar mehr oder weniger eingedrehte Sprungkicks mit Landung im Liegen. Ich kann natürlich lange nicht alles. Gerade bin ich dabei den “Kickup” zu lernen. Haben sicher die Meisten schon einmal gesehen. Man rollt sich aus der Rückenlage leicht zurück, stösst sich dann neben dem Kopf mit den Händen ab, und kommt dann idealerweise auf den Füßen zum stehen. Ich bin mal gespannt ob es mir gelingt das in der verbleibenden Zeit noch zu lernen.

Schliesslich noch das Erlernen oder Üben von Formen. Es handelt sich dabei um feste Bewegungsabläufe, in denen verschiedene Stellungen und Techniken aneinandergereiht werden. Hier zeigt sich mal wieder, dass ich wahrlich kein Naturtalent in Sachen Bewegung bin. Es wird wohl noch eine Weile Dauern bis ich mich an die Bewegungsmuster hier gewöhnt habe, die doch sehr verschieden von allem sind, was ich bis jetzt gemacht habe. Das ist aber auch das für mich Interessante daran, das mir Spass macht. Können und Nichtkönnen ist sowieso eine relative Sache hier. Auch der beste Schüler unserer Gruppe, der die ganzen Bewegungen in beeindruckender Qualität beherrscht, und nicht umsonst den Spitznamen “Papa Shaolin” trägt, sieht im Vergleich zum Meister selbst dann doch recht blass aus.

Im letzten Training des Tages steht es dann in unserer Gruppe jedem frei was er trainieren möchte. Ich nutze dies meistens um meine Waffenform mit dem Stab zu üben.

Soviel für heute.Viele Grüße,
Johannes

1 13 14 15 16 17 18